Geschichte der Ottilien-Quelle
1708 Fertigstellung des historischen Ottilien-Quelle Gebäudes auf der Quellfassung der Randegger Ottilien-Quelle
1816 erste Erwähnung der Quelle im Lexikon des Großherzogtums Baden „In dem oberen Dorfe befindet sich eine reiche Quelle von Gesundheitswasser, welches Eisen und Schwefel mit sich führet. Es ist wirklich schade, dass diese Quelle nicht besser benutzt wird, da schon mancher Kranke diesem Wasser seine wieder erlangte Gesundheit zu danken hat.“ Als der Herausgeber des „Lexikon von dem Großherzogtum Baden“ solches über die Randegger Quellen berichtete, konnte er nicht voraussehen, dass sie weniger als hundert Jahre später, und da schon zu einer Zeit, als Mineralquellen sich - mit Ausnahmen - noch nicht so großer Bekanntheit und regelmäßiger Nutzung erfreuten, Bedeutung weit über das Dorf „an dem Ende der kleinen und niedrigen Gebürgskette Randen“ finden und haben sollte.
1864 erscheint ein Inserat im „Hegauer Erzähler“, damaliges Verkündungsblatt für die Großh. Amtsbezirke Engen, Meßkirch, Stockach und Radolfzell, mit dem eine Baderöffnung bekannt gegeben wird: „Der Besitzer Conrad Gantert macht hiermit dem verehrten Publikum bekannt, daß am 19. Juni ds. J. das neu hergerichtete Bad zu Randegg eröffnet wird.
In den Feuerversicherungsbüchern der ehemaligen Gemeinde Randegg ist unter dem Datum vom 17. Juli 1865 der Verkauf des Hauses an Leonhard Matheis vermerkt.
Leonh. Matheis verkaufte aber auch schon bald, und zwar am 12. Mai 1866 an Hermann Neumann, womit hier der jüdische Synagogenvorsteher und Gemeinderat in das Geschehen um das Randegger Bad eingreift, der etwa 10 Jahre später maßgeblich die Verwendung des Bades beeinflußte oder solches zu tun versuchte.
1876 bis 1892 werden über das Bad selbst keinerlei Vorgänge mehr bekannt. Die Nutzung des Randegger Mineralwassers beschränkte sich bis zum Jahre 1892 auf die Verabreichung von Bädern aller Art. Es liegt nahe, anzunehmen, dass nur reiche Bürger in dieser Zeit sich der Bäder bedienen konnten.
5. 1.1892 weist ein Kaufvertrag als Verkäufer den Besitzer Johann Harder aus und als Käufer den Fabrikanten Georg Fleischmann. Es gelang dem Chronisten nicht, auch nicht mit Einsichtnahme in die Akten des Archivs der ehemaligen Gemeinde Randegg, die Frage zu klären, wie und wann das Bad in den Besitz des Johann Harder gelangte. Dieser selbst ist in keiner standesamtlichen Urkunde der Pfarrei Randegg erwähnt, lediglich einmal in den Akten des ehemaligen Militärvereins Randegg, aus dem Harder im März 1892 seinen Austritt erklärt, während Georg Fleischmann zu gleicher Zeit in den Verein aufgenommen wird.
7. März 1892 erhielt Georg Fleischmann die „nachgesuchte Erlaubnis“ zum Betriebe einer Gastwirtschaft in dem bisherigen Wirtschaftslokal „Zum Bad Randegg“ unter der Bedingung, daß er spätestens bis zum l. Juni 1892 in dem ersten und zweiten Stockwerk des Hauses weitere Einrichtungen erstelle.
Am 24. März 1897 wurde die Firma Georg Fleischmann erst ins Handelsregister eingetragen. Als Beruf war Sodawasserfabrikant angegeben.
1919 schloss das Hotel. Abfüllung und Versand des Mineralwassers fanden unter der Regie von Georg Fleischmann ihren Anfang.
1905 bis 1907 war Professor August Groh, ein beständiger Gast, oft mit seiner Familie, für die er mehrere Hotelzimmer belegte, bald zum Verdruß des Hotelbesitzers Fleischmann, denn der Maler-Professor beglich seine erheblichen Hotelrechnungen mit Wandmalereien, die er im Speisesaal des Hotels anbrachte, Fresken aus dem Milieu des Hauses, der Gäste bei intimer Unterhaltung, der Dienstboten, des Kutschers, während Georg Fleischmann bare Münze lieber war als der Schmuck an seinen Wänden, denn er kam als Folge der übermäßig hohen Kosten für die Bewirtung des Professors und dessen Anhanges sogar in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
1897 gab es in Randegg einen weiteren Getränkehersteller, J. Handloser, ebenfalls als Sodawasser-Fabrikant handelsgerichtlich am 24.3.1897 gleichzeitig mit Georg Fleischmann eingetragen. Diese Eintragung erlosch am 19.5.1926. Die beiden Getränkeabfüller hatten trotz ihrer konkurrierenden Interessen scheinbar ein gutes nachbarliches Verhältnis untereinander, denn sie „teilten“ den Singener Absatzmarkt vertraglich und wohl auch friedlich unter sich auf.
4. Mai 1909 übernahm Josef Dietrich aus Wangen am See die Getränkeabfüllung der Ottilienquelle mit allen dazugehörigen Aufgaben, wie das Ent- und Beladen der Fahrzeuge, das Reinigen der Flaschen, das Verschließen und Etikettieren, Reparaturen und alle Arbeiten, die mit dem Abfüllbetrieb zusammen hingen. Hierfür vergütete ihm der Inhaber von April bis Mai 35 Pfg. und von Juni bis August 40 Pfg. je Kasten mit 50 Flaschen. Josef Dietrich hatte für pünktliche und gewissenhafte Einhaltung aller Vertragspunkte zu haften und eine Kaution von 500 Mark zu stellen. Für unreine Flaschen mußte er sich Lohnabzug gefallen lassen, 3 Pfg. je Flasche Mineralwasser und 6 Pfg. je Flasche Limonade. Kost und Logis für seine Helfer, die er selbst beizustellen hatte, gingen zu seinen Lasten. Zum Beladen der Fahrzeuge stellte der Besitzer Hilfskräfte.
23.05.1953: Georg Fleischmann stirbt 94jährig. Er behielt bis zu seinem Lebensende Einfluß auf das betriebliche und kaufmännische Geschehen. Sein Sohn Karl (geb. 1896) hatte den Beruf des Großhandelskaufmanns erlernt. Er übernahm die Firma nach dem Tode seines Vaters. Der einzige Bruder Bruno, im Hotelfach ausgebildet und vom Vater als Nachfolger für den eigenen Hotelbetrieb vorgesehen, unternahm in seinem Beruf Reisen durch die halbe Welt und war in mehreren Anstellungen auf Übersee-Passagierschiffen tätig. Im ersten Kriegsjahr 1914 fiel er als Vizefeldwebel in Lacta-Goma in Westgalizien.
1962 Verlegung der Produktion vom Keller in neue Räumlichkeiten neben dem Wohnhaus mit 150 qm.
Am 29.11.1965 stirbt Karl Fleischmann. Er hatte seine beiden Söhne Dieter und Horst frühzeitig für die ihnen bevorstehende Aufgabe, den Mineralbrunnenbetrieb zu übernehmen und fortzuführen, ausbilden lassen. Nach seinem Tode teilten sich die Brüder entsprechend ihrer Ausbildung die technische und kaufmännische Leitung, aus der Horst Fleischmann im Jahre 1968 ausschied.
1.1.1969 übernahm Dieter Fleischmann die Geschäftsführung von seiner Mutter Anna.
1973 Bau einer Voll- und Leerguthalle mit 350 qm.
1988 Überbauung des Leergutlagers zur Lagerhalle mit 645 qm Lagerfläche.
1.1.1990 Gründung der Randegger Ottilien-Quelle GmbH.
1990 Erkundungs-Bohrung der Quelle 3. In 45 m. Tiefe wurde man fündig. Leider war die Schüttung mit 2,5 l./sec. ziemlich gering. Dennoch brachte man die Quelle zur Anerkennung als Mineralwasser.
1.1.1993 Gründung der Brunnenverwaltung Fleischmann OHG. Clemens und Christoph Fleischmann werden als Gesellschafter aufgenommen.
1995 Bohrung der Quelle 4 mit dem Ziel, reichlich Mineralwasser in einer tieferen Grundwasserschicht anzutreffen. Bereits in 118 m Tiefe, nach einer 85 m starken Kiesschicht, oberhalb einer mächtigen Tonschicht, stieß der Bohrer auf ein großes Wasservorkommen. Mit 6,5 l/sec. und mehr scheint es nahezu unerschöpflich.
1996 wurde nach langjähriger Planungsphase der Neubau des Lagers (3.000 qm) und der Verwaltung (340 qm) in Angriff genommen. Auch eine Halle im Erdgeschoß mit 575 qm wurde bereits für die geplante Verlagerung der Produktion gebaut. Am 8. August 1997 wurde dann mit unseren Kunden gefeiert, ein Tag später war Tag der offenen Tür.
9.8.97 Tag der offenen Tür anläßlich des über 100-jährigen Bestehens
Seit 1.1.2001 teilen sich die Söhne von Dieter Fleischmann die Geschäftsleitung. Clemens Fleischmann ist für den kaufmännischen und Christoph Fleischmann für den technischen Bereich zuständig.
15.3.04 Inbetriebnahme einer neuen, nach modernsten Gesichtspunkten konzipierten Abfüllanlage auf einer Gesamtfläche von 1.200 qm. Die Leistung wurde von 12.000 Flaschen auf 18.000 Flaschen je Stunde gesteigert.